Solidarität mit Israel und ein Zeichen setzen gegen Antisemitismus – das war der Hintergrund der Kundgebung vor dem Landtag von Nordrhein-Westfalen, zu der die Deutsch-Israelische Gesellschaft Düsseldorf und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Düsseldorf, aufgerufen hatten. Rund 400 Menschen veCarina Gödeckersammelten sich, um Flagge zu bekennen. Zahlreiche Politiker verschiedener Fraktionen unterstrichen die Bedeutung einer solchen Veranstaltung. Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, der mit dem zweimaligen Hissen der Israel-Flagge vor dem Düsseldorfer Rathaus bereits ein Statement setzte, verdeutlichte: „Antisemitismus hat keinen Platz in Düsseldorf und er muss nachhaltig bekämpft werden“, sagte OB Dr. Keller. Man könne hier ein Zeichen für Frieden, Freiheit und Demokratie setzen. Außerdem wirbt der Oberbürgermeister für gesellschaftlichen Zusammenhalt. „Mit Blick auf unsere historische Verantwortung, mit Blick auf unsere freiheitliche demokratische Grundordnung und mit Blick auf die Vielfalt in unserer Stadt“, fügte OB Dr. Keller hinzu. Es war zweifelsohne eine Veranstaltung, die gezeigt hat, dass die jüdische Bevölkerung nicht alleine ist – doch sie hat auch bewiesen, dass der Kampf gegen Antisemitismus weder begonnen hat noch beendet ist, sondern noch viel mehr intensiviert werden muss, um doch in einem freiheitlichen, demokratischen Land gemeinsam leben zu können. Auch ein Zwischenfall, als zwei vorbeifahrende Jungs etwas hineinriefen, hat die Kundgebung keineswegs gestört. Vielmehr hat es gezeigt, dass wir noch einen weiten Weg zum ersehnlichen Ziel haben, auch in Deutschland friedlich leben zu können.

 

Landtagsvizepräsidentin Carina Gödecke verdeutlichte: „Die Grenze des Anstands und der Menschlichkeit und die unserer gemeinsamen Verantwortung im Zusammenleben mit Jüdinnen und Juden, wurden ganz klar überschritten.“ Antisemitische Vorfälle seien immer Straftatbestände und Verbrechen, die verfolgt und hart geahndet werden müssen. „Ich stehe heute hier, weil es an der Zeit ist, ganz deutlich Flagge zu zeigen. Wer Israel vernichten will, meint uns alle“, so Gödecke weiter. Bei alOberbürgermeister Dr. Kellerlen Rednerinnen und Redner an jenem Nachmittag war der Ton ähnlich: Antisemitismus hat bei uns keinen Platz und darf in keinster Weise geduldet werden. Das Problem muss beim Namen genannt werden – und das wurde es. Besonders Michael Rubinstein, Gemeindedirektor unserer Jüdischen Gemeinde Düsseldorf hat genau dies getan: „Wir Jüdinnen und Juden stehen zu Israel, aber wir sind nicht verantwortlich für die Politik der israelischen Regierung. Wir sind nicht die Repräsentanten des Staates Israel“, führte Rubinstein aus. Der Antisemitismus ist in diesem Land tief verwurzelt und ist häufig als vermeintliche Israel-Kritik getarnt. „Wir stellen uns die Frage, ob das hier noch unsere Heimat ist. Wir haben in den vergangenen Jahren hingenommen, dass jüdisches Leben immer stärker geschützt werden muss. Wir haben uns gerade daran gewöhnt, von der Polizei bewacht zu werden.“ Außerdem sagte er, dass Deutschland die Heimat der Jüdinnen und Juden hier ist, aber Israel sei das Zuhause aller Juden in der Welt. Seine Ansprache beendete Michael Rubinstein mit den Worten: „Es ist traurig, immer und immer wieder erwähnen zu müssen: wir sind deutsche Staatsbürger, genau wie alle anderen hier auch. Wir sind keine MITbürger und wir sind nicht DIE JUDEN.“ Wenn das verinnerlicht wird, befinden wir uns auf einem guten Weg – aber bis dahin ist noch viel zu tun!