Im Düsseldorfer Rathaus wurde Edith Bader, ehemalige Kindergärtnerin unseres Kindergartens und Bewohnerin des Nelly-Sachs-Hauses, heute mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt. 

Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller überreichte Edith Bader diese Auszeichnung in Anerkennung ihres langjährigen ehrenamtlichen Engagements in der Völkerverständigung und Erinnerungskultur. 

„Seit über 40 Jahren vermittelt Frau Bader in Vorträgen vor Kindern und Jugendlichen in Schulen aber auch im Rahmen von Projekten wie der Düsseldorfer Initiative „Lobby für Demokratie!“ ihre Erinnerungen an den Holocaust“, sagte OB Dr. Keller. „Sie klagt nicht an, sondern ruft zur Versöhnung der Menschen auf und ermuntert sie dazu, gleiches nicht mit gleichem zu vergelten, sondern gemeinsam in friedlicher Koexistenz auf eine bessere Zukunft hinzuarbeiten.“ Das höchste Gut im Leben ist für Edith Bader die Liebe, sagt sie. Sie schaut an diesem Tag zu ihrem Vater hinauf, der dieses Verdienstkreuz ebenso verdient hätte, denn er hat immer allen Menschen verziehen, auch denen, die böse zu ihm waren. Das möchte die Bewohnerin des Nelly-Sachs-Hauses weitertragen. Hass an sich ist kein guter Begleiter im Leben. Und das möchte Edith Bader auch den nächsten Generationen vermitteln. Durch ihre langjährige Arbeit als Kindergärtnerin, unter anderem im Düsseldorfer Kindergarten, kann sie ihre Erlebnisse kindgerecht vermitteln. Die schrecklichen Ereignisse der Shoa Kindern und Jugendlichen auf eine verständliche Art und Weise zu vermitteln, ist eine große Herausforderung – doch Edith Bader gelang genau das. Im Mittelpunkt ihrer Erzählungen stand immer das Gute in den Menschen zu sehen – das zeichnet sie bis heuteEdith Bader und OB Dr. Keller aus. 

„Jüdisches Leben in Düsseldorf ist heute selbstverständlich. In unserer von Vielfalt, Offenheit und Toleranz geprägten Stadt, können sich Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religionen und Lebensweise frei entfalten. Das ist ein großes Glück und dies ist auch eine Errungenschaft, die wir Menschen wie Ihnen zu verdanken haben.“ 

Zum Schluss dieses Empfangs, bei dem neben Kinder und Enkelkinder von Edith Bader auch der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Weeze Ulrich Francken anwesend war, sagte sie: „Ich danke Ihnen Herr Oberbürgermeister für die Ehre, die man mir gibt.“