Am 27. Juli 2000 gegen 15:04 Uhr explodierte in Düsseldorf eine Rohrbombe und verletzte zehn Menschen, sechs davon jüdische Zuwanderer, teils schwer. Eine Frau verlor bei diesem Anschlag ihr ungeborenes Kind. Heute, 20 Jahre später findet die erste offizielle Gedenkveranstaltung an jenem Ort dieser schrecklichen Tat, statt. Die Opfer kamen gerade von einer Sprachschule, in der die Migranten aus der ehemaligen Sowjetunion Deutsch lernten, als die Bombe detonierte. Ein Täter konnte bis heute nicht verurteilt werden. Eine abscheuliche Tat, an die heute gedacht wird. Wehrhahn

Oberbürgermeister Thomas Geisel legte gemeinsam mit Bezirksbürgermeisterin Marina Spillner und Ehrenvorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf Ruth Rubinstein einen Kranz nieder. „Es ist besonders beschämend, dass der Täter nicht die gerechte Strafe erhalten hat. Dieser brutale Anschlag ist eine Mahnung und ich bin froh über diese Gedenktafel, denn diese soll uns alle bestärken, die Erinnerung wach zu halten und damit ein Zeichen gegen Rassismus und Antisemitismus zu setzen“, sagt OB Geisel.

Ruth Rubinstein traf den Kern dieser Gedenkveranstaltung: „Es ist mehr denn je unsere Pflicht, die Pflicht der Stadtgesellschaft, die fast tagtäglichen heimtückischen Anschläge bundesweit, wie hier am S-Bahnhof Wehrhahn, in das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit zu holen. Wir müssen dafür sorgen, dass eine Gedenkveranstaltung nicht Teil eines Rituals wird, nur um dem Anlass zu entsprechen. Dass wir nicht nur einen Moment an unschuldige Menschen denken, die ermordet oder schwer verletzt wurden oder werden, sondern dass wir daraus Schlüsse ziehen, die wir alle mit in unseren Alltag nehmen und leben. Paul Geisel und RubinsteinSpiegel sel. Angedenkens nannte es einst den „Aufstand der Anständigen“, den wir benötigen.“