Düsseldorfer Oberbürgermeister besucht Czernowitz

Themenwoche „Städtepartnerschaften“ – Partnerschaften zwischen Städten können ganz unterschiedliche Formen annehmen. Ganz besondere Bande gibt es zwischen „Czernowitz“ und Düsseldorf: Die Geschichte der jüdischen Gemeinde Düsseldorf ist eng mit der Bukowina und dem historischen „Czernowitz“ verbunden; Jüdische Persönlichkeiten aus Czernowitz, wie der Überlebende des Ghettos Herbert Rubinstein, oder die Nachfahren von Shoa Überlebenden wie der Vorstandsvorsitzende der Gemeinde Dr. Oded Horowitz und der Gemeinderatsvorsitzende Dr. Adrian Flohr haben ihre Wurzeln in der Bukowina.

Eines der berühmtesten Mitglieder der Düsseldorfer Gemeinde, dessen ursprüngliche Heimat Czernowitz war, ist die bekannte Lyrikerin Rose Ausländer, die 1988 in Düsseldorf verstarb.

Es war also ein ganz besonderer Besuch, den der Oberbürgermeister Düsseldorfs, Thomas Geisel gemeinsam mit einer Delegation der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf nach Chernivtsi unternahm.

Am Denkmal für Rose Ausländer und am Massengrab für die 1941 von den Nazis ermordeten jüdischen Bürger von Czernowitz legte die Delegation zusammen mit dem Direktor des Jüdischen Museums Chernivtsi und Jugendlichen der jüdischen Schule Chernivtsi Kränze nieder.

Am Jüdischen Friedhof informierte sich die Delegation über das Konzept des geplanten Holocaust-Museums.

Die Brücke in die heutige Zeit schlägt das Projekt Erinnerung lernen / Вчимося пам’ятат. „Erinnerung lernen“ ist ein transnationales zivilgesellschaftliches Projekt der jüdischen Erinnerungskultur an die Shoa in der Ukraine und NRW.

Gemeinsame Leuchtturmprojekte sind etwa der offizielle Audio Guide der Stadt Kyjw zu Babyn Jar oder ein Comic-Schulbuch über die Geschichte des Holocaust in der Bukowina. Das Projekt arbeitet auf Augenhöhe und jenseits der Metropolen bereits in 14 Städten.

Deutsche Botschaft, Kiew

P.S. OB Thomas Geisel hat anlässlich des Besuches den/die Czernowitzer Bürgermeister zur im August 2019 in Düsseldorf stattfindenden Oberbürgermeister- und Bürgermeisterkonferenz aus den Partnerstädten von Düsseldorf eingeladen.

 

Erinnerung lernen

Gestern war ein großer Tag für unser Projekt Erinnerung lernen / Вчимося пам’ятати und für mich ganz persönlich.

Gemeinsam mit dem Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Thomas Geisel der Landeshauptstadt Düsseldorf besuchte eine Delegation der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, das heute ukrainische Chernivtsi, früher auch bekannt als das “Jerusalem am Pruth”, Czernowitz.

Die Geschichte der jüdischen Gemeinde Düsseldorf ist eng mit der Bukowina und dem historischen „Czernowitz“ verbunden und schlug auch die aktuelle Brücke zwischen Düsseldorf und Chernivsti.

Jüdische Persönlichkeiten aus Czernowitz, wie Dr. Isidor Evian aber auch Überlebende des Ghettos wie der heute 83-jährige Herbert Rubinstein zählen zu den Neubegründern und Grundpfeilern der Düsseldorfer Gemeinde.

Mit dem Besuch in Czernowitz, will der Oberbürgermeister Thomas Geisel auch die zahlreichen Bukowiner und Migranten aus Mittel- und Osteuropa z.B. der ehemaligen Sowjetunion ehren, die mit ihrer Lebensleistung das heutige Düsseldorf bereichert haben und bereichern.

Am Denkmal für Rose Ausländer und am Massengrab für die 1941 von den Nazis ermordeten jüdischen Bürger von Czernowitz hat die Delegation rund um Adrian Flohr, den Vorsitzenden des Gemeinderates der JGD, Herbert Rubinstein, Olga Rosow und mir zusammen mit dem Oberbürgermeister Thomas Geisel und dem Direktor des Jüdischen Museums und Jugendlichen der jüdischen Schule Chernivsti Kränze niedergelegt. In zahlreichen Terminen und Gesprächen wurden dann, wie erhofft, Zeichen für die Zukunft in der Beziehung beider Stadtgesellschaften gesetzt und weitere gemeinsame Projekte vereinbart.

Emotionale Augenblicke, zufällig wiedergefundene Verwandte, eine grandiose Ausstellung von Kseniya Marchenko über die Spuren und Traditionen jüdischer Familien zwischen Czernowitz und Düsseldorf in der Steinbarg Gallery und beeindruckende TV Beiträge von Inna Tsaruk über unser Projekt Erinnerung lernen / Вчимося пам’ятати und ein Besuch an der Baustelle für ein geplantes Holocaust Museum für Bukowina rund ein ganz besonderen Dankeschön von Adrian Flohr an mich, rundeten diese denkwürdige Reise ab.

Ich denke ihr werdet noch Einiges hören in nächster Zeit, danke an Alle, die uns geholfen haben.

Matthias Richter