Samstag, Februar 25, 2017

Nelly-Sachs-Haus

Das Nelly-Sachs-Haus wurde Ende der 60er Jahre als Elternheim der jüdischen Gemeinde Düsseldorf mit insgesamt 90 Altenwohnheimplätzen erbaut.

Das Konzept des Hauses ist, älteren Mitgliedern der Gemeinde aus allen Teilen der Welt aber auch Düsseldorfer Bürgern, die nicht der jüdischen Gemeinde angehören, einen möglichst angenehmen Lebensabend zu bieten.

Der Leitsatz des Hauses des Hauses lautet: "Das Alter ist nicht das Ende, sondern die Ernte" (Ernst Bloch)

Das Haus wird vom Vorstand und von einem entsprechenden Fachausschuss der Gemeinde intensiv betreut. Unsere Bewohner sind in das Gemeindeleben integriert, aktive Mitglieder des Amos-Clubs wobei das Haus keine Mühen scheut, sie zu den Veranstaltungen hinzufahren.

Das Nelly-Sachs-Haus gliedert sich in vier Wohn- und drei Pflegeetagen auf.

Unser primäres Ziel ist, dass unsere Bewohner sich in einem persönlichen Lebensraum ihrer Biographie entsprechend entfalten können. Beim Einzug des Bewohners wird eine Biographie erstellt im Rahmen eines zwanglosen Erstgespräches. Anhand dieser Biographie erfahren wir etwas über Schulbildung, Kriegserlebnisse, Hobbys und Eßgewohnheiten. Der Bericht bietet Anhaltspunkte für den Sozialen Dienst und das Pflegepersonal zur optimalen körperlichen und geistigen Versorgung. Für die dementiell erkrankten Bewohner verfügen wir über gerontopsychiatrisch ausgebildetes Pflegepersonal und die Bewohner können sich ungezwungen in einem freien milieutherapeutisch gestalteten Wohnbereich bewegen.

Das Haus verfügt über einen Garten und eine Terrasse, wo sich die Bewohner ausruhen und erholen können. Von großem Vorteil erweist sich auch der unmittelbar angrenzende Nordpark.

Das Nelly-Sachs-Haus wird koscher geführt und es werden täglich vier Mahlzeiten geboten. Jeden Freitagabend sowie zu allen Feiertagen wird in einem eigens dafür ausgebauten Raum ein G’ttesdienst abgehalten.

In den öffentlichen Räumen werden über das ganze Jahr Schnittblumen aufgestellt und die Wände sind mit Gemälden und Drucken gestaltet; die Flure und Stationsbereiche sind mit Grünpflanzen dekoriert. Das Haus wird auch entsprechend der religiösen und säkularen Feiertagen geschmückt.

Musik spielt in unserem Haus eine eminente Rolle; das Haus verfügt über eine Audiothek und einmal wöchentlich finden Musiknachmittage statt, an denen klassische und leichte Unterhaltungsmusik geboten wird.

Mit großem Aufwand werden die jüdischen Feiertage religiöser und säkularer Art gefeiert. Da das Haus auch ca. ein Viertel nichtjüdische Bewohner beherbergt, werden auch Karneval, Sylvester und Advent gefeiert. Ebenfalls werden allgemeine Feiern und Feste wie Grillfeste, Geburtstagsfeiern etc. veranstaltet. Es gibt Ausflüge, Bewohnerurlaube, Galakonzerte und gemeinsame Feste mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische-Zusammenarbeit.

Zum festen Wochenprogramm gehören Gedächtnistraining, Bingo, Konzerte, Literaturkreis, Vorträge, Lesungen, Filme, Themenkreise und Diskussionsrunden. Zweimal monatlich werden Seidenmalerei und Salzteigbasteln angeboten.

Einzeltherapien, Einzelrehabilitation, Beschäftigungstherapie und Krisenintervention gehören zur täglichen Arbeit von Sozialdienst und Pflegepersonal. Im Krankheitsfall werden Bewohner im Krankenhaus besucht und betreut, da die meisten Bewohner keine Angehörigen vor Ort haben.

Wir verzeichnen in den vergangenen eine wachsende Anzahl von Bewohnern, die aus den GUS-Staaten stammen. Ihre Die Situation im Nelly-Sachs-Haus ist geprägt von einer vielfältigen Problematik; die großen kulturellen Unterschiede sind für sie z.B. in mancher Hinsicht sehr belastend. Aufgrund der durchweg schlechten finanziellen Situation der Angehörigen ist es auch nur eingeschränkt möglich, ohne Hilfe des Nelly-Sachs-Hauses beziehungsweise der Sozialabteilung die Zimmer gemütlich einzurichten und zu dekorieren.

Andererseits wird für diese Gruppe zweimal wöchentlich Deutschunterricht erteilt und das Haus verfügt über russisches Kabel-TV. Der Sozialdienst unternimmt häufig mit Gruppen von Kontingentflüchtlingen in Begleitung eines Dolmetschers Ausflüge in die Umgebung Düsseldorfs. Auch ist festzuhalten, dass auf den Stationen inzwischen eine Anzahl russischsprechenden Pflegepersonals arbeitet, dass auch die Bewohner zu Fachärzten und Krankenhäusern begleiten.

Die Mitarbeiter der Sozialabteilung begleiten im Bedarfsfall alle Bewohner zu Optikern, Akustikern und erledigen diverse Besorgungen.

Seit April 1994 findet in regelmäßigen Abständen eine Angehörigengruppe statt. In dieser Gruppe werden Probleme erörtert, die sich im Umgang der Angehörigen mit Personal und Bewohnern ergeben. Hierzu werden auch Ärzte als Gastdozenten eingeladen, die über psychische und somatische Erkrankungen referieren. Pflegepersonal und Sozialabteilung arbeiten interdisziplinär eng zusammen und der Kontakt zu sämtlichen Fachärzten wird intensiv gepflegt.

Nelly-Sachs-Str. 5, 40474 Düsseldorf
Tel.: 0211 - 438 43-0