Samstag, Februar 25, 2017

Jüdische Zeitrechnung

Die jüdische Zeitrechnung beginnt mit der Erschaffung der Welt, die nach rabbinischer Tradition auf das Jahr 3761 v. Chr. festgelegt wird. So beginnt z. B. im Herbst 1999 am 1. Tischri das Jahr 5760 (Rosch ha Schana 11/12, September).

Das jüdische Jahr ist ein Lunisolarjahr, das auf den Mondphasen (Monate) und dem Sonnenzyklus (Jahre) basiert. Das Jahr hat normalerweise 12 Monate. Die Monate beginnen mit dem Neumond und haben 29 oder 30 Tage. In fast jedem Monat fallen bestimmte Fest-, Fast- und Gedenktage.

Das regelmäßige Jahr umfasst 354 Tage. Um die Differenz von ca. 11 Tagen zum Sonnenjahr (365,25 Tage) auszugleichen, wird siebenmal in 19 Jahren (1., 3., 6., 8., 11., 14., 17. und 19. Jahr) ein 13. Schaltmonat eingefügt, der sogenannte ADAR SCHENI. Auf hebräisch heißt ein solches Jahr "schwangeres Jahr" oder SCHANA ME'UBBERET.

Im Gegensatz zum christlichen Kalender beginnt der Tag im jüdischen Kalender nicht um Mitternacht sondern bei Sonnenuntergang, d.h.: Wenn ein Kind nach dem christlichen Kalender am Donnerstag den 1. Januar 1981 um 22 Uhr geboren wurde, wurde es nach dem jüdischen Kalender am Freitag den 26. Tewet 5741 geboren.

Der versetzte Tagesanfang (Sonnenuntergang => Mitternacht) stützt sich auf das System des ersten Buches Mose. Am Ende jedes Schöpfungstages heißt es in der Bibel: "Und G"tt sah, das es gut war. Da ward aus Abend und Morgen der nächste Tag." Im dritten Buch Mose heißt es: "... am Abend sollt ihr diesen Ruhetag halten, von Abend bis wieder zum Abend." Wenn man sich an diese Regeln hält, fangen die 24 Stunden eines Tages nach Sonnenuntergang an und enden demnach bei Sonnenuntergang des nächsten Tages.

Im jüdischen Kalender haben die Monate Ijar, Tamus, Elul, Tewet, Adar immer 29 Tage, die Monate Nissan, Siwan, Aw, Tischri und Schewat immer 30 Tage. Cheschwan und Kislew sind "Schaltmonate"; sie können 29 oder 30 Tage haben. Die Tageszahl dieser beiden Monate hängt immer von der jeweiligen Erfordernissen ab. Sollte ein Schaltjahr nötig sein, wird ein zweiter "Adar" eingefügt. Das heißt: Das Schaltjahr hat dann 13 Monate.

Im Gegensatz zu der Annahme, dass das jüdische Jahr mit dem Monat Tischri anfängt (Rosch Ha-Schana = Neujahr), fängt das jüdische Jahr mit dem Monat Nissan an. Das liegt daran, dass in diesem Monat der Auszug aus Ägypten stattfand. Das Pessach-Fest fällt in den Monat Nissan, die Zeit, in der die Erde erwacht und ein neuer Wachstumszyklus beginnt. Im Monat Tischri, dem siebten Monat im jüdischen Kalender, wird Rosch Ha-Schana gefeiert. Tischri liegt am Ende des Sommers, wenn die Kräfte der Natur nachlassen, und der Beginn des Neujahrsfestes vermittelt eine Erneuerung, eine Bezeugung der Entwicklung von Spiritualität und Verantwortung.